Es zeichnet sich ab, dass das Vereinigte Königreich am 31. Januar 2020  aus der Europäischen Union (EU) ausscheiden wird. Sollte vor diesem Termin eine Austrittsvereinbarung verhandelt werden, könnte das Vereinigte Königreich die EU auch schon vorher verlassen. In dem Fall würden Übergangsregelungen zu EU-Zoll und Binnenmarkt bis mindestens Ende Dezember 2020 gelten.

Falls keine Austrittsvereinbarung verhandelt wird und der Austrittstermin auch nicht verschoben wird, verlässt das Vereinigte Königreich die EU ohne Vereinbarung. Dieser „No deal“-Austritt hat sofortige Konsequenzen für Unternehmen, die Waren in das Vereinigte Königreich exportieren und von dort importieren, wie z.B.:

  • Es entstehen zusätzliche Verpflichtungen zur  Registrierung für eine Einfuhrumsatzsteuernummer und zur Zahlung von Einfuhrumsatzsteuer auf alle Waren, die an Käufer im Vereinigten Königreich geliefert werden. 
  • Die Steuerbefreiung für Artikel im Wert von 15 £ oder weniger entfällt. 

Um sich darüber zu informieren, was Sie unternehmen müssen, bevor das Vereinigte Königreich am 31. Oktober 2019 die EU verlässt, empfehlen wir Ihnen, die Hinweise der Steuerbehörde des Vereinigten Königreichs HMRC zu lesen. Falls der Austritt am 31. Oktober 2019 erfolgt und Sie die Anforderungen von HMRC nicht erfüllen, können Sie mit einer Geldstrafe belegt werden, Ihre Lieferungen können sich verzögern und Ihr eBay-Konto könnte eingeschränkt werden. Wir empfehlen Ihnen auch, die zusätzlichen Ratschläge von HMRC zur Vorbereitung auf den Brexit zu lesen.

Wenn Sie als in der EU ansässiges Unternehmen Waren in das Vereinigte Königreich exportieren, sollten Sie auch die Empfehlungen der Europäischen Kommission lesen, auf die Sie an dieser Stelle zugreifen können.

 

Wichtige Informationen zu den Änderungen

Falls das Vereinigte Königreich am 31. Oktober ohne Vereinbarung aus der EU ausscheidet, plant die britische Regierung, die Regeln für die Einfuhrumsatzsteuer zu ändern. Dies gilt für Pakete mit einem Wert von bis zu 135 £, die aus dem Ausland an Käufer im Vereinigten Königreich (Unternehmen und Einzelpersonen) geschickt werden. Das bedeutet, dass auf Lieferungen von außerhalb des Vereinigten Königreichs Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden muss, wenn der Versand nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU an Käufer im Vereinigten Königreich erfolgt. Diese Änderung betrifft auch Waren, die bereits vor diesem Termin verkauft wurden.

Diese Änderungen werden wirksam, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Die Lieferung erfolgt von außerhalb des Vereinigten Königreichs - der EU oder außerhalb der EU (einschließlich der Channel Islands).
  • Der Gesamtwert aller Waren im Paket beträgt 135 £ oder weniger.
  • Das Paket enthält keine Waren, die Verbrauchssteuern unterliegen (wie z.B. Alkohol).
  • Die Waren werden in einem Paket, Briefumschlag oder einer anderen Verpackung per Post, per Expressversand oder als Frachtgut in das Vereinigte Königreich importiert.

Hinweis: Die derzeitige Steuerbefreiung für Waren im Wert von bis zu 15 £ für Lieferungen von außerhalb der EU entfällt ebenfalls. Für Waren, die einer Verbrauchssteuer unterliegen (z.B. Alkohol) fallen unabhängig vom Gesamtwert Einfuhrumsatzsteuer, Zollgebühren und Verbrauchssteuern an. Diese Steuern und Gebühren werden vom Versanddienstleister vom Käufer im Vereinigten Königreich eingefordert.

Beachten Sie bitte die neuen Regeln für die Einfuhrumsatzsteuer. Bei Verstößen müssen Verkäufer mit folgenden Konsequenzen rechnen:

  • Die Zustellung Ihrer Lieferungen kann sich verzögern bzw. die Einfuhr ins Vereinigte Königreich kann unterbunden werden.
  • Ihre Käufer im Vereinigten Königreich müssen unter Umständen zusätzliche Steuern und Gebühren bezahlen.
  • Sie müssen mit einer Strafe von bis zu 1.000 £ rechnen.

 

Einfuhrumsatzsteuer bezahlen

Nach einem “No deal”-Austritt haben Sie 2 Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer für Pakete zu bezahlen:

  1. Sie können sich für den neuen HMRC-Onlineservice anmelden, um fällige Einfuhrumsatzsteuern zu melden und zu bezahlen.
  2. Sie können ein Versandunternehmen beauftragen, die Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer in Ihrem Auftrag durchzuführen.

Wenn Sie ein Versandunternehmen vor Ort mit der Zahlung der Einfuhrumsatzsteuer beauftragen, müssen Sie überprüfen, ob der fällige Betrag tatsächlich an HMRC abgeführt wurde.

Schritte, die Sie bereits jetzt unternehmen können

Die derzeitige Situation lässt keine genauen Voraussagen zu, aber Sie können bereits jetzt verschiedene Maßnahmen ergreifen, um sich auf den 31. Oktober vorzubereiten.

Wenn Sie sich entscheiden, die Einfuhrumsatzsteuer selbst bei HMRC zu melden und zu bezahlen, sollten Sie sich jetzt schon für den neuen Onlineservice anmelden.

Für die Anmeldung benötigen Sie einen Government Gateway-Nutzernamen und ein Passwort. Wenn Sie noch keinen Nutzernamen haben, können Sie während der Anmeldung einen solchen erstellen. Sie benötigen außerdem die Kontaktangaben für Ihr Unternehmen und Angaben zu den in Ihrem Unternehmen üblichen Abrechnungszeiträumen.

Anleitung für den Onlineservice:

  1. Melden Sie sich für den Service an.
  2. Wählen Sie einen Abrechnungszyklus aus.
  3. Dokumentieren Sie stets alle Verkäufe in das Vereinigte Königreich im Wert von bis zu 135 £.
  4. Ermitteln Sie für jeden Abrechnungszyklus die Einfuhrumsatzsteuer für die Waren, die Sie ins Vereinigte Königreich verkauft haben.
  5. Melden Sie HMRC für jeden Abrechnungszyklus die fällige Einfuhrumsatzsteuer.
  6. Bezahlen Sie für jeden Abrechnungszeitraum die anfallende Einfuhrumsatzsteuer an HMRC.

Hinweis: Verwenden Sie den Onlineservice nicht zum Melden und Bezahlen der Einfuhrumsatzsteuer für Lieferungen, die einen Wert von mehr als 135 £ haben. Für Lieferungen mit diesem Wert müssen Ihre britischen Käufer die Umsatzsteuer selbst bezahlen.

Nachdem Sie sich angemeldet haben, erhalten Sie eine als „Parcels Reference“ bezeichnete Referenznummer. Sie müssen diese Referenznummer auf allen Unterlagen für Lieferungen angeben, die Sie nach einem “No deal”-Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU an Käufer im Vereinigten Königreich schicken. Lieferungen ohne Referenznummer können sich verzögern.

Wenn Sie bereits eine Umsatzsteuernummer haben, weil Sie Waren im Vereinigten Königreich lagern, müssen Sie sich für diesen Service nur dann anmelden, wenn Sie außerdem Waren mit einem Wert von weniger als 135 £ von außerhalb des Vereinigten Königreichs direkt an Käufer im Vereinigten Königreich schicken. 

Die Registrierung zum neuen Onlineservice muss auch dann erfolgen, wenn Sie mehrwertsteuerfreie Waren (z.B. Bücher, Kinderkleidung oder Schuhe) verkaufen, da diese ebenfalls in die quartalsweise Erklärung der Einfuhrumsatzsteuer im Vereinigten Königreich aufgenommen werden müssen, obwohl keine Einfuhrumsatzsteuer fällig wird.

 

Lagerung von Waren im Vereinigten Königreich vor dem Verkauf

Auch wenn Sie Waren ins Vereinigte Königreich verbringen, um sie dort zu lagern, müssen Sie sich an die bestehenden Zollanforderungen und Umsatzsteuerregeln halten. Sie sollten überlegen, ob es sinnvoll ist,  einige Waren bereits vor einem “No deal”-Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU zu verschicken, um mögliche Verzögerungen beim Zoll zu vermeiden.

 

Weitere Informationen

Mehr zu diesen Änderungen, einschließlich Informationen zu den unterschiedlichen Einfuhrumsatzsteuerraten und Ausnahmen erfahren Sie auf der Website GOV.UK. Dort finden Sie auch weitere Informationen zu möglichen Änderungen, falls das Vereinigte Königreich ohne Vereinbarung aus der EU ausscheidet.

Die vorliegenden Angaben sind genereller Art. eBay erteilt keinerlei steuerliche oder rechtliche Beratung. Bitte holen Sie gegebenenfalls professionellen Rat für Ihr Geschäft ein.

Wie sich die Situation weiterhin entwickeln wird, lässt sich zwar nicht mit Sicherheit voraussagen, aber wir verfolgen alle Entwicklungen sehr genau. Wir werden Sie gegebenenfalls über die Änderungen informieren, die sich auf Ihre eBay-Geschäfte auswirken könnten.

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